Veranstaltungskalender der BRN, Programm zur bunten Republik Neustadt 2024
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Die Psychologie hinter erfolgreichen Poker Strategien

Solver-Programme führen uns ans spieltheoretische Optimum (GTO) heran. Allerdings ist GTO-Poker nicht die erfolgversprechendste Strategie. Wer sich an die Vorgaben des Computers hält, erzielt langfristig zwar immer Gewinne, verkennt aber die teils eklatanten Schwächen mancher Gegner. Weichen Spieler stark vom Optimum ab, ist es ratsam, mitzuziehen und die Fehler gebührend zu bestrafen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Exploitative Poker. Die Schwierigkeit liegt darin, die fehlerbehafteten Entscheidungen zu erkennen und die richtige Gegenreaktion herzuleiten. Hierin zeigt sich, wer imstande ist, die Gedanken anderer zu lesen – oder die Gegenspieler psychologisch so zu bearbeiten, dass sie im Grunde freiwillig in die Falle tappen.




Poker ist vor allem ein Strategiespiel. Quelle: Pixabay.com

Am Anfang steht die Risikobeurteilung

Erfolgreiche Strategien haben eines gemein: Man selbst versucht, unlesbar zu bleiben. Deshalb setzen versierte Spieler regelmäßig auch mit Bluffs zum Raise an. Dabei gehen die Spezialisten beim Poker aber keineswegs wahllos vor. Tatsächlich gilt es, die Risiken eines Spielzugs realistisch abzuwägen. In Guides wird Spielern nahegelegt, in Ranges zu denken. Statt sich zu überlegen, wie exakt diese Hand zu spielen ist, oder ob der Gegner nun dieses oder jenes Blatt vor sich liegen hat, wird die Bandbreite aller Szenarien erfasst. Dann kann ersehen werden, welcher Spieler die stärkere Range vorzuweisen hat. Schwache Ranges lassen sich leicht mit Bluffs beharken. Ist die gegnerische Range auffällig stark, ist Zurückhaltung das Gebot der Stunde.



Der Bluff: Die Kunst, den Gegner zu täuschen

Ohne den Bluff wäre Poker ein deutlich langweiligeres Spiel. Bluffs beabsichtigen, Gegner zum Folden zu bringen, sie zur Aufgabe zu bewegen. Am einfachsten geht dies von der Hand, wenn man den anderen immer einen Schritt voraus ist. Wer nicht nur aufs eigene Blatt schaut, sondern auch die Hand des Kontrahenten in Überlegungen einbezieht, ist den meisten Anfängern bereits überlegen. Wer als Nächstes annimmt, dass auch dem Gegner bewusst ist, dass man weiß, was er hat, ist noch ein Level weiter. Dieses sogenannte „Levelling“ lässt sich endlos fortführen. Wichtig ist beim Levelling, immer nur genau einen Schritt weiterzugehen. Andernfalls greift man mit den Einschätzungen daneben. Bluffs verfehlen mit höherer Wahrscheinlichkeit ihr Ziel, wenn bereits die Grundannahmen fehlerhaft sind.



Spielstile erkennen

Eine Kernkompetenz beim Exploitative Poker besteht darin, den Spielstil anderer einzuschätzen. Einsteiger geben sich oft mit Limps vor dem Flop zu erkennen – ein Spielzug, den Profis beinahe nie ins Auge fassen würden. Genauso wichtig ist es, aggressive und passive Widersacher auseinanderzuhalten. Während Spieler nach einem verpassten Flop oft schnell aufgeben, bedarf es gegen manche reguläre Spieler enormer Überredungskunst, um einen Fold zu bekommen. Nicht immer ist der Spielstil klar zu bestimmen. Nicht wenige Spieler werden passiver, wenn der Pot anschwillt. Wieder andere nehmen Bad Beats persönlich – und nehmen sich vor, den Erzfeind zu besiegen, koste es, was es wolle. Unversehens verkehrt sich der Spielstil ins Gegenteil. Wer die Nase vorn behalten will, muss dies rechtzeitig erkennen und sich erneut anpassen.




Die Körpersprache des Gegners ist aufschlussreich. Quelle: Pixabay.com

Poker-Tells zutage fördern

Online sind Tells mäßig relevant. Allenfalls dem Timing sind zuweilen Informationen zu entnehmen. Bedeutsamer sind Tells an den Live-Tischen. Die Körpersprache des Gegenübers zu enträtseln, kann Aufschluss geben. Jedoch ist Vorsicht anzuraten: Reverse Tells sind Bluffs, mit denen Spieler versuchen, dem Gegner ein Unwohlsein oder Unsicherheit nur zu suggerieren. Außerdem reagiert nicht jeder Mensch auf die gleiche Weise. Wenn überhaupt, sollten Tells nur einen geringen Einfluss auf die Entscheidungsfindung haben. Niemals sollten sie Grundlage einer Strategie sein, sondern ergänzende Hinweise liefern, also das redensartliche Zünglein an der Waage sein.



Gefühle unter Kontrolle halten

Anfänger wie gestandene Poker-Veteranen haben einen gemeinsamen Gegner: die Untiefen der eigenen Gefühlswelt. Spielfehler und Bad Beats haben vielfach Tilt zur Folge. Tritt Tilt zum Vorschein, nehmen die Emotionen überhand. Entscheidungen werden nun je nach Gefühlslage gefällt, statt rational durchdacht zu werden. Tilt kann den Spielstil in beide Richtungen – passiv oder aggressiv – ausscheren lassen. Es ist beinahe unmöglich, Tilt gänzlich zu vermeiden. Allerdings gibt es Mittel, die Gefühle im Zaum zu halten. Niederlagen und Bad Beats sollten als „normal“ akzeptiert werden.




Emotionen stehen dem Erfolg im Weg. Quelle: Pixabay.com

Zudem ist Bankroll-Management zu empfehlen. Dies sollte Tilt aufgrund von Verlusten eindämmen. Auch sollten regelmäßig Pausen eingelegt werden, um den Kopf wieder freizubekommen. Der Genuss alkoholischer Getränke sollte vermieden werden. Ablenkungen von außen sind zu reduzieren; das Handy sollte lautlos eingestellt werden und nicht in Griffnähe liegen.

Eiserne Disziplin führt ans Ziel

Auch wenn Poker bei langfristiger Betrachtung ein Geschicklichkeitsspiel ist, spielt Glück in der einzelnen Session eine gewichtige Rolle. Diese Wahrheit hinzunehmen und zu akzeptieren, erweist sich für die meisten Spieler als überaus schwierig. Schnell verfallen aufstrebende Strategen in alte Muster. In kürzester Zeit zerstört Tilt einen beträchtlichen Teil der Bankroll, die in der vorherigen Woche mühsam aufgebaut wurde.




Gelassenheit fördert die Konzentration. Quelle: Pixabay.com

Es ist also nicht nur wichtig, sich die psychische Verfassung der Gegner zunutze zu machen. Auch die eigene Geisteshaltung sollte gefestigt werden. Das Ziel ist klar: Resilienz gegenüber noch so lange andauernden Pechsträhnen. Auch der Spieler, der weniger Sets und Flushes als alle anderen trifft, ist erfolgreich. Vorausgesetzt, das Mindset ist richtig justiert.



Viel Spaß und eine schöne, friedliche BRN.